Stefan Schlick (1487–1526), Graf von Weißkirchen und Passaun, Herr von Schlackenwerth, deutschsprachiger, böhmischer Adliger und Bergbauunternehmer. 1515 findet man auf seinem Besitz nahe der kleinen Siedlung Konradsgrün Silber. Schlick leiht sich Kapital bei Nürnberger Banken und gründet mit Partnern eine Gewerkschaft zum Abbau des Silbers. Ein Jahr später entsteht die Siedlung Thal (Údolí) mit Gruben und Hütten. Um seine Schulden zu begleichen, muss Schlick das königliche Münzprägerecht erwerben. Er und seine Brüder erhalten es im April 1520 mit Beschluss des Landtags. König Ludwig bestätigt es 1523. Nach dem Vorbild der Münzen in Tirol und Sachsen lässt er vor allem Guldengroschen, die Thaler, prägen. Dabei hält er die Vorgaben über den Silbergehalt streng ein und lässt seine Münzen auf der Leipziger Messe prüfen. Zudem vereinbart er mit den sächsischen Kurfürsten, diese neuen Münzen auch in Sachsen in Umlauf zu bringen. Zwischen 1519 und 1528 werden etwa 2,2 Millionen Thaler geprägt. 1517 errichtet Schlick die Burg Freudenstein. Sie soll die Siedlung und Hütten schützen und Bergbeamten als Unterkunft dienen. Eine eigene Bergordnung, 1518 erlassen, wird später in die böhmischen Bergordnungen aufgenommen und nähert somit das sächsische und böhmische Bergrecht einander an. Die Siedlung Thal erhält den Titel Sankt Joachimsthal und wird am 6. Januar 1520 durch eine königliche Urkunde Ludwigs II. zur freien Bergstadt erhoben. Schlick zeigt sich offen für die Reformation, die sich seit 1517 in ganz Mitteleuropa ausbreitet. Er erwirbt vom Falkenauer Dekan das Patronatsrecht und überträgt es der Stadtgemeinde – die Stadträte und Vertreter der Bergleute bestimmen nun ihren Pfarrer selbst. Joachimsthal wird Schritt für Schritt zu einer protestantischen Stadt. Die Brüder Heinrich und Stefan Schlick schließen sich im Sommer 1526 mit zahlreichen ihrer Bergleute dem Feldzug König Ludwig II. gegen die Osmanen unter Süleyman I. an. Mit der Niederlage in der Schlacht bei Mohács im August verliert sich Stefans Spur.