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Muzeum Karlovy Vary

Johannes Mathesius

Johannes Mathesius (1504–1565), sächsischer evangelischer Pfarrer, Mineraloge und Rektor der Joachimsthaler Lateinschule. Geboren im sächsischen Rochlitz als Sohn eines Bergbauunternehmers. Dieser bereitet den Sohn seit seinem zehnten Lebensjahr auf den Bergmannsberuf vor. Mathesius besucht jedoch später die Lateinschule in Nürnberg und studiert Theologie an der Universität Ingolstadt. Seit 1529 studiert er in Wittenberg, wo er Luther und andere Persönlichkeiten dieses universitären Zentrums reformatorischer Bildung kennenlernt.

Als er 1532 das Amt des Rektors der Lateinschule antritt, haben sich die Einwohner gerade erst dem Augsburger Bekenntnis angeschlossen. In seiner Antrittsrede stellt er heraus, dass Christi Liebe über allem Wissen stehe. Religionslehre und Katechismus werden daher prioritär in der Ausbildung der Lateinschule. Zudem etabliert er öffentliche Aufführungen lateinischer und griechischer Dramen und Komödien. Unter Mathesius‘ Einfluss orientiert sich die Schule nach den neuesten reformatorischen Schulordnungen (Eisleben 1525 und Chursachsen 1527). Die Stadt erwirbt von der Familie Schlick ein neues Schulgebäude. In diesem leitet Mathesius nicht nur die Lateinschule, sondern beaufsichtigt auch die 1529 gegründete Schule für Mädchen.
1540 geht Mathesius erneut an die Universität Wittenberg. Er wird Tischgenosse Luthers und Überlieferer der berühmten Tischreden des Reformators. Hier bereitet er sich auf seine Arbeit als Prediger vor. Im März 1542 wird er von Luther ordiniert. Mit einer Empfehlung Phillip Melanchthons kehrt Mathesius nach Joachimsthal zurück und wird den Rest seines Lebens hier als evangelischer Pfarrer verbringen. Seit 1545 ist er Hauptpastor der Kirche St. Joachim und St. Anna, der ersten lutherischen Kirche Böhmens.

Mathesius hinterlässt bedeutende Werke, darunter die Sammlung von Bergmannspredigten Sarepta oder Bergpostil. Sampt der Joachimßthalischen kurtzen Chroniken.