Georgius Agricola (1494–1555), bedeutender deutscher Gelehrter, studiert in Leipzig Philologie, Theologie und Philosophie, später Medizin und Naturwissenschaften in Bologna. Zwei Jahre studiert er in Venedig und schließlich in Ferrara, wo er zum Doktor der Medizin promoviert. 1527 tritt er die Stelle als Stadtarzt in Joachimsthal an. Freie Zeit verbringt er mit dem Studium seiner liebsten lateinischen und griechischen Autoren, befasst sich mit Bergbau und Mineralogie. Er trifft sich oft mit erfahrenen Bergleuten, vor allem mit Lorenz Bermann, einem Bergbauinspekteur und ausgemachtem Fachmann in verschiedenen Wissenschaften, im Bergbau und in der Metallurgie. Er strebt seit langem danach, sein Wissen über Metalle und deren Eigenschaften zu vertiefen und um deren medizinischer Anwendung zu erweitern. Die erste gedruckte Schrift über Joachimsthal ist Agricolas erste mineralogisch-bergbauliche Abhandlung – Bermannus sive de re metallica dialogus. Hier sind alle Mineralien und Gesteine der Region beschrieben samt ihrem Nutzen für die Medizin. Vier Jahre später geht er nach Chemnitz, kehrt aber immer wieder nach Joachimsthal zurück. 1550 lernte er hier J. Mathesius kennen und versteht sich gut mit ihm. Mathesius nutzt Agricolas mineralogische Kenntnisse in seinen Predigten. Agricolas Hauptwerk über Bergbau und Metallurgie De re metallica entsteht dank der Zusammenarbeit mit dem Zeichner Basilius Weffringer und wird 1556 in Basel veröffentlicht.
Joachimsthal ist für Agricola der wichtigste Ort in seinem wissenschaftlichen Leben und damit auch der Geburtsort der modernen Mineralogie und Bergbauwissenschaft.